• Ständesaal der Ostfriesischen Landschaft mit Porträtgalerie
  • Tagungsraum des Niedersächsischen Landesamts für Bezüge und Versorgung im Auricher Schloss mit Teil der Porträtgalerie
  • Kantine des Niedersächsischen Landesamts für Bezüge und Versorgung im sogenannten Schlösschen in Aurich mit Teil der Porträtgalerie

Galerie der Landschafts- und Schlossporträts

Die Porträtsammlungen der ostfriesischen Cirksena im Vergleich

Gleich zwei Gemäldegalerien der Regentinnen und Regenten Ostfrieslands aus historischer Zeit sind in Aurich erhalten: eine ehemals fürstliche, die nach wie vor im Auricher Schloss aufbewahrt wird, und eine aus dem Besitz der Landstände, die sich heute im Ständesaal der Ostfriesischen Landschaft befindet. Über die 13 Regenten und 4 Regentinnen Ostfrieslands von 1464-1744 hinaus enthalten beide Galerien auch ein Porträt der einzigen Königstochter, die in das ostfriesische Grafenhaus einheiratete: Katharina Wasa, Ehefrau Edzards II.

Die Porträts beider Galerien sind sich recht ähnlich. In den meisten Fällen haben sie wohl eine gemeinsame Vorlage oder das Porträt der einen Serie hat als Vorbild für das der anderen gedient. Größere Unterschiede gibt es bei den vier Porträts, die in der Landschaftsgalerie als ovale Brustbilder überliefert sind, während im Schloss Halbfiguren oder Hüftbilder hängen. Dabei sind die kleineren Bildnisse Rudolf Christians, Enno Ludwigs und Georg Christians den Ausschnitten aus den jeweiligen größeren Porträts wiederum sehr ähnlich, während sich das Brustbild Georg Albrechts im Ständesaal deutlich vom Hüftbild im Schloss unterscheidet.

Die beiden Gemäldegalerien wurden wahrscheinlich seit Ende des 17. Jahrhunderts angelegt. Da für die ersten drei Abgebildeten keine zeitgenössischen Porträts überliefert sind, mussten andere Vorlagen genutzt werden. Die beiden Bilder Ulrichs I. sind nach einem Phantasieporträt als Ritter gestaltet, für Theda stand ein Porträt der spanischen Königin Elisabeth von Valois Pate und bei Enno I. handelt es sich offensichtlich um eine Kopie eines zeitgenössischen Porträts Ennos II. (!) aus Emden. Für die Bildnisse Edzards I. und seine Schwiegertochter Anna bildeten hingegen wohl Gemälde die Vorlage, die wahrscheinlich zu deren Lebzeiten entstanden sind und sich heute in Oldenburg bzw. Emden befinden.

Da das Emder Porträt Ennos II. bereits für das Bildnis Ennos I. Pate stand, wurde sein Abbild vielleicht nach einem Münzporträt gestaltet; Enno II. war der erste ostfriesische Graf, der Münzen mit seinem Bildnis prägen ließ. Münz- bzw. Medaillenporträts könnten auch die Vorlagen für die Bildnisse Edzards II. und Ennos III. sein. Für die Porträts Ulrichs II., Julianes und ihrer Söhne Enno Ludwig und Georg Christian wurden offenbar Gemälde kopiert, die vom Emder Porträtmaler Alexander Sanders stammen (bzw. im Fall Julianes von seinem Lehrmeister Andres Andriesen); sie sind zumindest in Stichen überliefert. Die Erstfassungen der Regentenporträts Christine Charlottes und der letzten drei Fürsten aus dem Hause Cirksena sind vielleicht jeweils schon zu Lebzeiten der Porträtierten entstanden. In den Beiträgen zu den jeweiligen Personen finden sich zum Vergleich die vermutlichen Vorlagen und weitere Porträts.

 

"Die Grafen und Fürsten von Ostfriesland und Harlingerland" - Lithographie im Besitz der Ostfriesischen Landschaft (C. Köhl, 1844)

Die ostfriesischen Cirksena

Online-Ausstellung mit weiteren Porträts, den Artikeln aus dem biographischen Lexikon für Ostfriesland sowie Beiträgen zu den Frauen und Nachfolgern der Cirksena

Biographien und weitere Porträts der Cirksena