• Sandburg auf Langeoog mit nationalsozialistischer Parolen und NS-Symbol aus Muscheln sowie Hakenkreuzflaggen

Vortrag – Jörg Echternkamp: Krieg in den Dünen

Langeoog im Zweiten Weltkrieg
Mo
02.11.2026 19:30 Uhr
Landschaftsforum der Ostfriesischen Landschaft
Georgswall 1, 26603 Aurich
Eintritt: 5,- Euro
Porträt Prof. Dr. Jörg Echternkamp
Prof. Dr. Jörg Echternkamp (Foto: Bundeswehr/A. Nimpsch)

Wäre Langeoog keine Garnison der Wehrmacht gewesen, sähe die Nordseeinsel heute anders aus. Der Zweite Weltkrieg hat einerseits deutliche Spuren hinterlassen: den Hafen, die Militärsiedlungen, die Betonstraßen oder die Kriegsgräberstätten. Andererseits sind die gesellschaftlichen Folgen des nationalsozialistischen Krieges vergessen, verdrängt, verborgen.

Jörg Echternkamp geht daher erstmals auf breiter Quellengrundlage der Frage nach, wie sich Militärpräsenz und Kriegsgewalt auf die Menschen auswirkten, die auf der Insel lebten und arbeiteten. So wirft er einen neuen Blick auf die Kriegsgefangenen und die polnischen Zivilarbeiterinnen, die hier Zwangsarbeit leisteten, und auf ihr Verhältnis zur Zivilbevölkerung. Um den Kriegsalltag der Langeooger, die Militärseelsorge des Inselpastors und die humanitäre Leistung der Seenotretter geht es ebenso wie um die Verfolgung einer „jüdischen“ Familie und die Denunziation von Mitbürgern wegen „Wehrkraftzersetzung“. Gegen Kriegsende wurde die Insel zu einem Zufluchtsort nicht nur für die weltbekannte Sängerin Lale Andersen, sondern auch für Hunderte Flüchtlinge.

Prof. Dr. Jörg Echternkamp ist Leitender Wissenschaftlicher Direktor am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in Potsdam und apl. Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Zuletzt war er 2025 Gastprofessor in Warschau und 2026 in Klaipėda.

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