Georgswall 1, 26603 Aurich

Fotografien gehören zu den verstörendsten Quellen des Holocaust und zugleich zu den präsentesten in den Medien. Ende 2025 sorgte weltweit die Nachricht für Schlagzeilen, dass aufgrund neuer Forschungsergebnisse der Todesschütze auf einem der bekanntesten Holocaust-Fotos identifiziert werden konnte: SS-Unterscharführer Jakobus Onnen aus dem nahe Weener gelegenen Tichelwarf.
Der Vortrag beleuchtet, wie diese Identifikation möglich wurde, welche Methoden einschließlich Künstlicher Intelligenz zum Einsatz kamen, wie Vertreter der Stadt Weener das neue Wissen um Onnens Mordtätigkeit zur Überarbeitung des örtlichen Kriegsdenkmals nutzten und welche Probleme historische Fotografien für die Geschichtswissenschaft und andere Forschungsdisziplinen auch weiterhin aufwerfen.
Dr. Jürgen Matthäus ist Historiker und leitete von 2005 bis 2025 die Forschungsabteilung am Mandel Center for Advanced Holocaust Studies des United States Holocaust Memorial Museum in Washington, D.C.