• Abbildung, wie das Wasser bei Sturmfluten, wie die und ähnliche vom 3. und 4. Februar 1825, über 16 Fuß über ordinäre Fluthöhe, über die Deiche am Strande des Deutschmeeres stürzet, und wie ein Schiff im Begriff ist, an dem Deich zu scheitern, darüber oder darauf zu gehen.

Wenn das Meer tobt

Nordseesturmfluten im Klimawandel
Bei einer Veränderung des mittleren Klimas zu einem wärmeren Zustand verschiebt sich auch die Häufigkeit des Auftretens von extremen Perioden (Grafik)
Bei einer Veränderung des mittleren Klimas zu einem wärmeren Zustand verschiebt sich auch die Häufigkeit des Auftretens von extremen Perioden (Lizenz: Creative Commons CC BY-NC-ND 4.0 | Quelle: Bildungsserver Wiki Klimawandel | https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/upload/Extreme_haeufung.gif)

Ein gewaltiger Wind peitscht über die Nordsee, treibt Wassermassen in Richtung Küste vor sich her und lässt die Wellen meterhoch aufsteigen. Das sind Sturmfluten – eine der dramatischsten Naturkräfte an unseren Küsten. Starke Winde von See drücken das Wasser an die Küste und stauen es auf. Besonders hohe Wasserstände entstehen, wenn Sturmfluten mit hohen astronomischen Gezeiten (Springfluten) zusammentreffen. Langfristig bestimmt der mittlere Meeresspiegel das Ausgangsniveau für die Entstehung von Sturmfluten. Je höher der mittlere Meeresspiegel, desto weniger Wind ist notwendig, um die Wasserstände auf Sturmflutniveau anzuheben. Wie stark sich Höhe, Häufigkeit und Dauer von Sturmfluten an der deutschen Nordseeküste ändern, hängt deshalb von zwei Faktoren ab: dem Meeresspiegelanstieg und der Veränderung der Sturmaktivität.

Die Windverhältnisse über der Nordsee haben sich mit dem Klimawandel bisher nicht systematisch verändert. Messungen zeigen zwar, dass Stärke und Häufigkeit der Nordseestürme im letzten Jahrhundert starken Schwankungen unterlagen, diese aber im bisher beobachteten Bereich blieben.

In den letzten einhundert Jahren ist der Meeresspiegel aber weltweit durchschnittlich um etwa zwanzig Zentimeter gestiegen. Das klingt wenig, hat aber große Auswirkungen.

Heute braucht es weniger Wind, um gefährliche Wasserstände zu erreichen. Die Sturmfluten werden – auch ohne systematische Änderungen des Windklimas – häufiger und intensiver. Die Stürme schwanken wie eh und je, aber der steigende Meeresspiegel macht sie potenziell gefährlicher. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind sich sicher: Der Meeresspiegel wird im 21. Jahrhundert weiter ansteigen. Auch ohne stärkere Stürme werden Sturmfluten eine noch größere Herausforderung für unsere Küsten darstellen.

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