Georgswall 1, 26603 Aurich

Mit der Geschichte der Grafschaft Ostfriesland eng verknüpft sind zwei Festungsanlagen unterschiedlicher Funktion: Die Festung Leerort auf der Landspitze zwischen Leda und Ems als einst größte ostfriesische Landesfestung und die Schanzen bei Diele als Grenzbefestigung im Rheiderland.
Beide Festungswerke waren zwischen 2010 und 2013 Gegenstand archäologischer Untersuchungen durch die Ostfriesische Landschaft, um Kenntnisse über ihre Struktur und ihren Aufbau zu gewinnen: Im Boden verborgen haben zahlreiche Zeugnisse oftmals unruhiger Zeiten überdauert. Die Ergebnisse ergänzen das bisherige Wissen zu den Anlagen maßgeblich. Das reichhaltige Fundmaterial liefert Einblicke in Belagerungstechniken, aber auch in das tägliche Leben der gräflichen Familie im Schloss Leerort oder das Leben der in den Festungen stationierten Soldaten. Im Vortrag werden über zehn Jahre nach Abschluss der Untersuchungen ein Einblick in den Festungsbau des 16. bis 18. Jahrhunderts gegeben und unterschiedliche Alltagssituationen beleuchtet.
Dr. Andreas Hüser hat im Rahmen des Projektes „Grenzland Festungsland“ zwischen 2010 und 2013 die Grabungen in Diele und Leerort geleitet und war anschließend für den Archäologischen Dienst der Ostfriesischen Landschaft bis 2015 tätig. Seit 2017 ist er Leiter der Archäologischen Denkmalpflege des Landkreises Cuxhaven.