Georgswall 1, 26603 Aurich

Die Emder Altstadt fiel im Zweiten Weltkrieg nahezu vollständig den Bombenangriffen zum Opfer. Inmitten dieser Zerstörung haben zwei im 16. Jahrhundert errichtete Bürgerhäuser an der Pelzerstraße die Zeiten überdauert und gewähren noch heute – zumindest ansatzweise – einen seltenen Einblick in die einstige Wohnkultur einer wohlhabenden Bürgerschaft. Der Vortrag zeichnet die wechselvolle Geschichte dieser beiden Renaissancegebäude von ihrer Entstehung bis in die jüngere Vergangenheit nach. Während das Haus Nr. 11 trotz fortschreitender Baufälligkeit bis 1989 als Unterkunft für sozial schwach gestellte Personen diente, wurde das Haus Nr. 12 – mit Ausnahme der erhaltenen Nordfassade – durch einen Neubau ersetzt und ab 1984 als Kulturhaus genutzt. An der Wende zum 21. Jahrhundert erfuhr das Haus Nr. 11 eine behutsame Restaurierung und vermittelt seither einen Eindruck der Lebensverhältnisse vor rund 350 Jahren, wenngleich dessen Authentizität gewissen Einschränkungen unterliegt.
Aiko Schmidt, M. A. ist seit 1994 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Ostfriesischen Landesmuseum Emden tätig und hat zahlreiche Aufsätze zur Emder Stadtgeschichte veröffentlicht.